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GEM 2006: Gründerparadies Deutschland – man muss es nur wissen (gruendungszuschuss.de) 07. März 2007
Heute wurde in Berlin der Länderbericht Deutschland im Rahmen des Global Entrepreneurship Monitor 2006 (GEM) vorgestellt. Zum neunten Mal wurden Gründungsinteressierte und frischgebackene Selbständige in einer ländervergleichenden Studie befragt. Das Ergebnis: Viel zu wenig Deutsche machen sich selbständig. Dabei sind die Rahmenbedingungen hervorragend, die Förderinfrastruktur die beste in der Welt. Typisch deutsch: Viele Befragte waren sehr pessimistisch bei der Einschätzung der Gründungschancen und ließen sich aus Angst vor einem Scheitern von einer Gründung abhalten. Niergendwo auf der Welt klaffen subjektive Stimmung und objektive, von Experten eingeschätzte Chancen so weit auseinander wie in Deutschland.
Hinter dem GEM steht ein Forschungskonsortium, das inzwischen 150.000 Bürger und 1.300 Experten in 42 Ländern nach einheitlichem Standard zum Thema Gründung und Selbständigkeit befragt. Allein in Deutschland wurden 4.000 Interviews durchgeführt. Autoren des deutschen Länderberichts sind das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Universität Hannover.

Zu wenig Gründer: Der Anteil der Gründer an der Gesamtbevölkerung ist niedriger als in anderen Ländern und 2006 noch einmal zurückgegangen. Deutschland liegt auf Rang 34 der untersuchten 42 Länder. Dies hat u.E. eine einfache Erklärung: Durch den Wegfall der Ich-AG hat die Zahl der geförderten Gründungen von 2005 auf 2006 um rund 50.000 abgenommen. Diese Entwicklung wird sich 2007 noch weiter fortsetzen. Schon bald werden Politiker vermutlich wehklagen, dass es in Deutschland zu wenig Gründungen gebe.

Die Gründer werden im GEM eingeteilt in “Existenzsicherer”, “Selbstverwirklicher” und “Kombinierer”. In Deutschland gehören vergleichsweise viele Gründer zu der ersten Kategorie, die aus ökonomischer Not, also zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit gründet. Der klassische Unternehmertyp, der nach Unabhängigkeit strebt, eine Geschäftsidee verwirklichen möchte und nach einem hohen Einkommen strebt, ist in Deutschland seltener als in anderen Ländern. Er ist nicht nur in traditionell unternehmerfreundlichen Ländern wir Großbritannien verbreiteter, sondern findet sich zum Beispiel auch in Skandinavien deutlich häufiger als in Deutschland.

Die Förderinfrastruktur ist der Expertenbefragung zufolge hervorragend. Hier landet Deutschland auf dem ersten Platz. Auch in Hinblick auf andere Rahmenbedingungen der Gründung schneidet Deutschland besser ab. Die sehr gute Infrastruktur, der konsequente Schutz des geistigen Eigentums und das breite Angebot an unternehmensbezogenen Dienstleistungen gehören zu den Stärken des Standorts Deutschland.

Verfasst von Andreas Lutz am 07.03.07 12:55

Quelle:

http://www.gruendungszuschuss.de/gruendungsfoerderung/
einstiegsgeld/news/blog/gem-2006-gruenderparadies-
deutschland-man-muss-es-nur-wissen.html

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